
Die Landwirtschaft steht vor der gewaltigen Herausforderung, das Recht auf Nahrung zu sichern und gleichzeitig die Belastbarkeitsgrenzen ökologischer Systeme einzuhalten. Um diese Herausforderung zu meistern, wird im Weltagrarbericht der Wandel in der landwirtschaftlichen Forschung und Praxis hin zu einer ökologischen, lokal diversifizierten und bäuerlichen Landwirtschaft
gefordert. Forschungsergebnisse zum Öko-Landbau leisten wegweisende Beiträge für eine nachhaltige Landwirtschaft. Die im Bioökonomierat organisierte Agrarindustrie verengt hingegen die Problemanalyse in unzulässiger Weise und
verschärft die Probleme: Zu vordergründig geht es um eigene wirtschaftliche Interessen, wenn sie eine Forschung fordern, die vor allem auf Ertragssteigerung durch (gen-)technischen Fortschritt setzt.
Die Forderungen des BÖLW:
1. Stopp der Förderung des Bioökonomierates durch die Bundesregierung. Ersetzen des Rates durch einen Rat für nachhaltige Agrarforschung, der gleichgewichtig mit Vertretern technischer, ökonomischer, sozialer und ökologischer Disziplinen sowie der Zivilgesellschaft besetzt sein muss.
2. Das Agrarforschungsprogramm des Bundesforschungsministeriums darf sich nicht an den einseitigen Empfehlungen des Bioökonomierates ausrichten, sondern muss der Problemstellung umfassend gerecht werden.
3. Die Forschungsförderung des Bundes muss sicherstellen, dass unterschiedliche Lösungsansätze in einen gleichberechtigten Wettbewerb treten und die Potenziale des Öko-Landbaus genutzt werden.
4. Das System der ökologischen Lebensmittelwirtschaft muss in Erzeugung, Verarbeitung und Handel stetig weiterentwickelt werden. Dazu muss die Forschungsförderung im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau
ausgebaut werden.