Unter Federführung des Landwirtschaftsministeriums und der Beteiligung von 50 Organisationen wird derzeit der nationale Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (NAP) erarbeitet. Ziel ist es, Risiken durch die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren. Wir fordern, dass der Öko-Landbau per se als Maßnahme zur Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes anerkannt wird. Das Ziel aus der Nachhaltigkeitsstrategie, 20 % Flächenanteil des Öko-Landbaus zu erreichen, soll in den NAP übernommen werden. Wir setzen uns dafür ein, dass der integrierte Pflanzenschutz tatsächlich zum gesetzlichen Mindeststandard wird.
Bei der laufenden Novelle des Pflanzenschutzgesetzes wird der Bereich der Pflanzenstärkungsmittel, die für den Öko-Landbau von hoher Bedeutung sind, neu gefasst. Es ist unser Ziel, die dort gelisteten Mittel, die für die Pflanzenschutzstrategien im Öko-Landbau von hoher Bedeutung sind, zu erhalten.
Anfang 2009 wurde Kupfer – wegen ökotoxikologischer Bedenken mit einer Befristung von sieben Jahren – als Pflanzenschutzmittelwirkstoff neu zugelassen. Vor allem der ökologische Wein-, Obst- und Hopfenanbau sind auf Kupfermittel angewiesen. Kupfer ist in höheren Konzentrationen für bestimmte Lebewesen toxisch, andererseits ist Kupfer essentieller Mikronährstoff. Entscheidend sind deshalb die Aufwandmengen. Die Bio-Branche hat eine Strategie entwickelt, um diese weiter zu reduzieren und Alternativen zu entwickeln. Die Bemühungen um die Reduktion sind eine Voraussetzung, um auch über 2016 hinaus eine Zulassung des Mittels erreichen zu können.