Am Montag, dem 2. März 2009 fällt in Brüssel eine folgenschwere Entscheidung. Im dritten Anlauf wird die Europäische Kommission versuchen, Ungarn zu zwingen, ein Anbauverbot für den umstrittenen Gentechnik-Mais der Firma Monsanto „MON810“ aufzuheben. Das Vorhaben der Kommission kann durch das Votum des Umwelt-Ministerrats verhindert werden. Dabei ist die Haltung Deutschlands von entscheidender Bedeutung. “Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) und Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) haben sich für ein Selbstbestimmungsrecht der Mitgliedsstaaten ausgesprochen. Torpediert wird die Haltung durch Forschungsministerin Annette Schavan (CDU). Damit wäre Frau Schavan dafür verantwortlich, wenn sich Deutschland bei der Abstimmung in Brüssel enthält, und in der Folge die Rechte der Mitgliedsstaaten auf Selbstbestimmung beim Gentechnikanbau wegfallen“, erläutert Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW).
Ungarn hat – ebenso wie Frankreich, Griechenland, Polen und Österreich – den Anbau der einzigen in Europa zugelassenen Genmais-Sorte untersagt, weil wissenschaftliche Studien zunehmend deutlich machen, dass von ihr ein Risiko auf Umwelt und Gesundheit ausgeht. „Dass die Kommission diese Länder – zuerst nun Ungarn und dann die anderen – zwingen will, ihre Anbauverbote aufzuheben, ist angesichts der Faktenlage ein Skandal“, meint Löwenstein.
Löwenstein verwies auf einen gemeinsamen Brief der Umwelt- und Verbraucherschutzverbände, die Schavan eindringlich auffordern, sich der Haltung ihrer Kabinettskollegen anzuschließen und dem Drängen der Kommission zu widerstehen.
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